Recht auf Kiosk – Bericht von der Kundgebung am 27.02.2021

Zusammen mit dem Bündnis Wer Hat Der Gibt hatten wir vergangenen Samstag dazu aufgerufen, auf dem Stübenplatz unseren Protest und Widerstand gegen derzeitige Entwicklungen im Stadtteil sicht- und hörbar zu machen.

Konkret ging es vor allem um den verdrängten „Fährgetränke Kiosk“, der nach 25 Jahren vom Immobilieneigentümer und Rechtsanwalt Hans-Ulrich Seumenicht gekündigt und aus seinem Ladenlokal gedrängt wurde. Er sollte Platz machen für etwas Schickeres als „Kiosk, Shishabar, Wettbüro, Ramschladen“.

(Link zum Mopoartikel: https://www.mopo.de/hamburg/kiosk-zoff-in-wilhelmsburg-dieser-zettel-regt-einen-ganzen-stadtteil-auf–37454698).

Der Kioskbetreiber blieb trotzdem, zahlte weiter Miete und verließ die Ladenfläche erst kurz vor dem Zwangsräumungstermin. Herr Seumenicht fordert nun 10.000,- Euro Schadensersatz für die ihm entgangenen Profite, die er in der Zeit hätte machen können. Weiter lässt er diese Gewerbefläche seitdem leerstehen sowie andere Läden in der Veringstraße ungenutzt.

Damit haben wir ein Riesenproblem, und damit sind wir nicht alleine – wie die zahlreichen Anwesenden mit ihren Schildern und Bannern am Samstag deutlich machten. Für die Betroffenen ist es – wie der Sohn des Inhabers des ehemaligen Fährkiosks auf der Kundgebung berichtete – stärkend zu sehen, wie viele Menschen sich dafür interessieren, engagieren, Widerstand leisten und ihre Solidarität deutlich machen. 

Wer hat der gibt – Die Reichen sollen für die Krise zahlen

Diese Reichen sind nicht nur Namen und Gesichter aus der Zeitung, nein es gibt sie auch direkt vor unserer Nase. Hier in Wilhelmsburg sorgen Immobilien-Spekulant:innen für steigende Mieten, Verdrängung und Umgestaltung des Stadtteils.
Rechtsanwalt Hans-Ulrich Seumenicht (Kanzlei in der Weimarer Straße), ist einer von ihnen. Neben dem systematischen Ankauf von Gewerbeflächen im Viertel hat er schon zahlreiche Mieter:innen und Ladenbesitzer:innen vor die Tür gesetzt.

Aber uns reicht es schon lange!

Wir sagen Nein zu rassistischen Immobilien-Spekulant:innen, Leerstand, Luxussanierung und Profite auf dem Rücken von unseren Nachbar:innen.
Seumenicht enteignen – die Häuser denen die drin wohnen!

Kommt daher zur Kundgebung am Samstag, den 27.02.2021 – 15:00 Uhr Stübenplatz HH-Wilhelmsburg

Tragt Masken – Haltet Abstand – Bringt Banner und Schilder

Wer Hat Der Gibt – https://werhatdergibt.org/

FSK-Interview mit Wiso

Ein Interview mit zwei Personen, die bei Wilhelmsburg Solidarisch aktiv sind, findet ihr nun hier im Player und unter folgendem Link:
https://www.freie-radios.net/106887

 

Das Interview wurde im Schwerpunkt der Sendung Radio PoPo (Politik und Popkultur) zu Organisierung und Selbstorganisierung geführt. In dem Interview geht es darum, wie Wiso organisiert ist und warum es wichtig ist, in sozialen Bewegungen solidarische Netzwerke wie Wiso zu haben.

31.01. 11.20 Uhr: Gemeinsame Fahrradanreise zu Kundgebung gegen die Kündigung von Asklepios Pflegerin

Die Asklepios Klinik St. Georg hatte ihrer Pflegerin Romana Knezevic Ende letzten Jahres gekündigt, nachdem diese die Arbeitsbedingungen und den Betreuungsschlüssel an ihrer Klinik öffentlich kritisiert hatte. Das ist ein Einschüchterungsversuch mit dem Ziel Druck auf die anderen Arbeitnehmer*innen an den Asklepios Kliniken auszuüben, damit sie zu den Arbeitsbedingungen schweigen. Wir finden es wichtig, deutlich zu machen, dass Romana nicht allein ist. Am Montag ist Romanas Prozesstermin vor dem Arbeitsgericht. Am Sonntag, den 31.01.21 findet

um 12 Uhr am Rathausmarkt

eine Kundgebung zur Unterstützung von Romana statt. Es gibt eine gemeinsame Anreise aus Wilhelmsburg mit dem Fahrrad, bei der sich alle gerne anschließen können. Treffpunkt ist

Sonntag, 31.01., 11.20 Uhr vor dem Infoladen Wilhelmsburg

Um 11.30 Uhr fahren wir dann mit dem Rad los (auch bei Schnee).

Zur Prozessbegleitung wird, soweit wir wissen, nicht öffentlich aufgerufen. Aber am Tag darauf, am Dienstag, den 02.02. gibt es aber um 17 Uhr eine Onlineversammlung, die hier angekündigt wird:
https://www.hamburger-krankenhausbewegung.de/

Weitere Infos gibt es hier:
https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/Asklepios-will-Krankenschwester-nach-Kritik-entlassen,asklepios324.html

https://www.verdi-fu.de/wordpress/2021/01/19/solidaritaet-mit-der-gekuendigten-pflegekraft-und-betriebsraetin-romana-knezevic/

„Wer hat der gibt“-Adventskalender

Wer den politischen Diskurs über die wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise verfolgt, ahnt: Bald wird es wieder heißen „Wir müssen den Gürtel enger schnallen“. Mit „Wir“ sind im Regelfall die anderen gemeint – diejenigen, die abhängig sind von Lohnarbeit und Sozialleistungen.

Das „Wer hat der gibt“-Bündnis hat Ideen, wie eine alternative Krisenerzählung aussehen könnte, in der nicht bei den ohnehin Prekarisierten gespart wird. Weil die Idee so schön ist, verlinken wir hier den Adventskalender von „Wer hat der gibt“:

„Weihnachtszeit ist Wünschezeit. Unser Wunsch ist eine Gesellschaft, in der nicht wenigen alles gehört, sondern allen möglichst viel. Eine demokratische Gesellschaft muss die Kontrolle über Eigentum ausweiten, um die Lebensbedingungen insgesamt zu verbessern. Mit unserem Enteignungs-Adventskalender werfen wir 24 Tage lang einen Blick auf Akteur*innen, deren Vergesellschaftung ein Gewinn für uns alle wäre. Der Kalender ist kein Worst–of, aber unser eigenes Gruselkabinett. Türchen auf!“

Veranstaltung „Umkämpftes Wohnen“ 9.11. – 19 Uhr – (geändert!) als Onlineveranstaltung

Am Montag, den 09.11.20, findet um 19 Uhr im M1 (Mokrystr. 1) als Onlineveranstaltung eine Vorstellung des gerade erschienenen Buchs „Umkämpftes Wohnen“ mit den Autoren statt.

Hier der Link zum Zoom-Meeting
Hier die Meeting-ID: 981 3146 5913
Zum Teilnehmen müsst ihr einfach auf den Link klicken. Die Meeting-ID braucht man nur, wenn die Zoom-App benutzt wird.

Buchcover Umkämpftes Wohnen

Peter Nowak und Matthias Coers haben für ihr Buch Initiativen aus dem In- und Ausland interviewt, die stadtpolitisch arbeiten mit dem Fokus auf praktischer Solidarität. Sie haben sich dabei von der Frage leiten lassen, wie Kämpfe um Wohnraum, niedrige Mieten, gegen Verdrängung und die Kämpfe um höhere Löhne und Einkommen zusammen geführt werden können. Auch von Wilhelmsburg Solidarisch gibt es einen Beitrag in dem Buch. Die beiden Autoren werden einen Überblick über die Positionen aus dem Buch geben, im Anschluss bleibt Zeit zu diskutieren.

Weitere Infos: https://umkaempftes-wohnen.de/

Ratschlag Solidarische Netzwerke

Am Freitag und Samstag, 25.09./26.09. findet in Berlin der Ratschlag/das Seminar „Solidarische Netzwerke in den Städten statt. Kurzentschlossene können sich hier anmelden. Und hier das Programm als PDF-Dokument.

Mal ist es der Kampf um einen Späti oder einen Buchladen, mal die drohende Zwangsräumung von Mieter*innen, die zu urbanen Kämpfen führen. Am Beispiel von Stadtteilinitiativen in Berlin, Hamburg, Offenbach und Konstanz geht es um Suchbewegungen praktischer Solidarität.

Ratschlag Solidarische Netzwerke

Referent*innen und beteiligte Gruppen:
– Peter Nowak, Journalist und politischer Autor
– Matthias Coers, Dokumentarfilmer, Photograph und Soziologe
– Solidarische Aktion Neukölln, Berlin
– Hände weg vom Wedding, Berlin
– Rhein-Main, Offenbach Solidarisch
– Hamburg, Wilhelmsburg Solidarisch
– Bremen, Industrial Workers of the World
– Konstanz, Grafi10

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Buchvorstellung Angry Workers 21.09.20

Am Montag, den 21.September um 18.30 Uhr im M1 in der Mokrystr. 1 stellen zwei GenossInnen der „Angry Workers“ aus London ihr Buch „Class power on zero-hours“ vor und diskutieren ihre Erkenntnisse.
Angry Workers- Buchcover

Worum geht es? Die Angry Workers sind eine kleine Gruppe von linken Menschen, die in den letzten sechs Jahre im westlichen London gelebt haben, dort prekärer Lohnarbeit nachgegangen sind und in der Zeit versucht haben, neue Formen von Arbeiter*innenorganisierung sowohl im Stadtteil als auch im Betrieb auszuprobieren. Im mittlerweile fertiggestellten Buch „Class power on zero-hours“ ziehen sie ein Resümee ihrer Bemühungen, geben ihre Erfahrungen weiter und haben konkrete Vorschläge, wie sich kapitalistische Ausbeutung überwinden lassen könnte.

Covid-Vorsichtsmaßnahmen: Um die Ansteckungsgefahr für alle Beteiligten zu minimieren, kann nur eine begrenzte Anzahl an Personen teilnehmen. Wir bitten euch darum, euch per Mail an solidarisch@riseup.net anzumelden. Wenn noch Platz ist, schicken wir euch aber auch ohne Anmeldung nicht weg. Es ist notwendig, während der Veranstaltung Mundschutz zu tragen und Abstand zu halten. Wir halten die Fenster geöffnet.

Newslettter Nr. 10

Hallo! Hier mal wieder ein Newsletter. Nach der hektischen Anfangsphase von Corona passiert ja gerade nicht mehr so viel bei Sozialgesetzen und Co. Einige Änderungen haben sich in den letzten Wochen aber doch ergeben, diese fassen wir hier einmal zusammen. Wenn ihr weitere Themen für den Newsletter habt, schickt und gern eine Mail an solidarisch@riseup.net. Ansonsten machen wir unsere Anlaufpunkte jeden 1. & 3. Mittwoch im Monat um 16:00, im Hof des Infoladens und online. Liebe Grüße aus der WiSo Redaktion!

Themen:
Jobcenter dürfen wieder sanktionieren
Kampagne für Hartz IV Regelsatz Erhöhung
Ende des Mietenaufschubs
Geld für Künstler
Mieten werden weiter teurer
Arbeitskämpfe von Spargelstecher_innen
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Corona-Newsletter Nr. 9

Wir haben beschlossen, den Newsletter zu einem News- und Debattenletter zu machen. Einerseits gibt es gerade nicht so viele Aktualisierungen zu sozialpolitischen Veränderungen, andererseits regen uns ein paar Dinge zum Denken und diskutieren an, die wir teilen wollen.
Schickt uns gerne Links zu neuen (gesicherten) Erkenntnissen rund um Geld, Sozialgesetzen und Co. Auch Fragen, die euch bewegen sind gern willkommen. Fragen und Links an: solidarisch@riseup.net. Ansonsten machen wir unsere Anlaufpunkte jeden 1. & 3. Mittwoch im Monat um 16:00, im Hof des Infoladens und online.

Inhalt:

  • Das neue Konjunkturpaket zu den Themen
    • Kurzarbeit
    • SGB II
    • Einmalzahlung für Kinder
    • Erhöhter Steuerfreibetrag Alleinerziehende
    • Investitionen in deutsche Rüstungsindutrie
  • Nelson Mandela Schule klagt für Laptops für Kinder im SGB II Bezug
  • Black Lives Matter (Bezug zu WiSo AG Konflikte lösen ohne Polizei und Demoaufrufe) sowie Video Link