Corona Newsletter Nr. 2

Hier der 2. Newsletter von Wilhelmsburg Solidarisch mit Infos zu aktuellen Neuregelungen in Zeiten von Corona vom 31.03.2020.

Wir haben uns bemüht, wichtige Neuerungen rauszusuchen, zu erläutern und mit Einschätzungen zu versehen. U.a. deshalb, weil derzeit ständig Artikel geteilt werden, in denen suggeriert wird, alles und alle seien abgesichert und unter „dem Schutzschirm“. Wir wünschen uns einen kritischen Umgang mit diesen News, meist haben die neuen Regelungen Fallstricke und Ausschlüsse.

Schickt uns gerne Links zu neuen (gesicherten) Erkenntnissen rund um Geld, Sozialgesetzen und Co. Auch Fragen die euch bewegen sind gern willkommen. Fragen und Links an: solidarisch@riseup.net

Denkt auch daran, dass St. Pauli Solidarisch und wir in Zukunft online Anlaufpunkte abhalten. Wenn ihr Menschen kennt, die nicht an Online-Veranstaltungen teilnehmen können, setzt uns bitte darüber in Kenntnis (über die Email oben), damit wir eine Lösung finden. Keine*r bleibt allein – Die Körper nicht die Herzen sollen distanziert sein!

Heute letzter Tag zur ALG II / Wohngeld Antragstellung für März!
Wenn ihr überlegt einen Antrag auf Hartz IV / Wohngeld zu stellen könnt ihr nur noch heute den Antrag stellen um ab März Geld zu bekommen. Eine Einfache Mail an das Jobcenter mit dem Satz „Hiermit beantrage ich Leistungen nach ALG II“ mit eurem Namen und Adresse davor reicht dafür erstmal aus. Alles weiteren Infos und Formulare können nachgereicht werden.
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Corona-Newsletter Nr. 1

Hier der erste Newsletter mit Infos zu aktuellen Neuregelungen in Zeiten von Corona vom 24.03.2020.

Wir haben uns bemüht, wichtige Neuerungen rauszusuchen, zu erläutern und mit Einschätzungen zu versehen.

Schickt uns gerne Links zu neuen (gesicherten) Erkenntnissen rund um Geld, Sozialgesetze und Co. Auch Fragen die euch bewegen sind gern willkommen. Fragen und Links an: solidarisch@riseup.net

Denkt auch daran das St. Pauli Solidarisch und wir in Zukunft online Anlaufpunkte abhalten. Wenn ihr Menschen kennt, die nicht an Online-Veranstaltungen teilnehmen können, setzt uns bitte darüber in Kenntnis (über die Email oben), damit wir eine Lösung finden. Keine*r bleibt allein – Die Körper nicht die Herzen sollen distanziert sein!

Aktuelle Regelungen zu Mietenausfällen:

Der Gesetzgeber sagt, es soll in diesen Zeiten niemand um seine Wohnung bzw. Miete fürchten. Die großzügigen Angebote dazu sind: Stundung, Stundung, Stundung. Das bedeutet lediglich einen Aufschub der Miete und ist keine Lösung für alldiejenigen, die gerade so viel verdienen, dass sie durch den Monat kommen. Immerhin sollen Räumungen für diese Zeit ausgesetzt werden. Es bleibt offen, was mit den aus dieser Zeit entstandenen Mietschulden dann ist. Ansonsten habe die FDP angeblich gefordert, stattdessen lieber ein erhöhtes Sonderwohngeld auf den Weg zu bringen. Wir bleiben dran.

Wir empfehlen dringend, sich mit Nachbar_innen zu vernetzen und mit den Vermieter_innen in Verhandlungen zu gehen. Unser Vorschlag für eine Verhandlungsgrundlage wären 50% der Nettokaltmiete mindestens für die Zeit der Lohnausfälle durch Corona.
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Treffen in Zeiten von Corona

Es ist gerade nicht einfach zu ermitteln, was in diesen Zeiten
solidarisch ist. Wir als diejenigen, die den Anlaufpunkt verantwortlich
tragen haben unterschiedliche Umgänge mit der Frage der
zwischenmenschlichen Begegnungen selbst unter Einhaltung von Abstand.

Wichtig ist uns allen aber, die Stärke unserer Kollektivität
beizubehalten sowie die Zumutungen von Armut, Entrechtung, Unterdrückung und Bürokratie weiterhin gemeinsam anzugehen. Wir gehen davon aus, dass viele Menschen in neue Krisen geraten und schon bestehende Zumutungen schlimmer werden können.

Unsere derzeitige Entscheidungen sind folgende:

Alle bisherigen Zeiten bleiben erhalten. Online-Treffen finden mit jitsi statt (was ist jitsi?). Hier ein kleiner Leitfaden für Onlinetreffen mit jitsi.

1) Anlaufpunkt: Auch wenn es uns sehr schwer fällt, wollen wir auch
diesen erstmal hauptsächlich als Onlinetreffen machen. Wir wollen aber wie gewohnt den Infoladen öffnen und dort einen von uns zur Verfügung gestellten Laptop mit dem entsprechenden Chat anbieten. Damit können Menschen, die keinen Zugang zu der Technik haben, dort mit Unterstützung einer Person von uns den Zugang zum Online-Anlaufpunkt bekommen.

2) Bürotag: Den Bürotag probieren wir als Online-Bürotag aus. Zu den Bürotag-Zeiten könnt ihr auch in die Videokonferenz unter https://vc.autistici.org/WilhelmsburgSolidarisch einloggen.

3) Survival of the sickest: Auch dieses Treffen findet online statt unter: https://vc.autistici.org/WilhelmsburgSolidarisch

4) Reflexionstreffen: wollen wir ebenfalls in einer Onlinekonferenz machen. Wer dabei sein möchte kann einfach vor dem Treffen eine Mail an solidarisch@riseup.net schreiben und erhält einen Link.

Gründe für die Umstellung auf Onlinetreffen sind folgende: Meistens sind wir so viele Menschen, dass eine der Seuche angemessene Distanz im Infoladen unter keinen Umständen möglich ist. Den Anlaufpunkt draußen zu machen, bedeutet neben den Wetterbedingungen bei den derzeitigen Untersagungen von Treffen ein derart großes Risiko polizeilicher Überwachung / Strafe, dass wir das nicht verantwortlich finden. Leider schließt jede der genannten Möglichkeiten Menschen aus.

Wie alles, was wir machen, wollen wir auch das ausprobieren, reflektieren und ggf. verändern.

Ansonsten werden wir uns um kreative Lösungen in Zeiten der Verbote sowie um eine Zusammenstellung und Kommentierung von sozialpolitischen News bemühen!

Wilhelmsburg bleibt solidarisch – Der Podcast

Wir freuen uns sehr, euch die vierte Folge unseres Podcasts präsentieren zu können. Der Podcast besteht diesmal nur aus der Aufnahme von der Infoveranstaltung Wilhelmsburg bleibt solidarisch – gestern – heute – morgen, die am 22. April gehalten wurde. Wir freuen uns über weitere Kritik, Anregungen, Kommentare und hoffen, dass wir uns bei unserem Bürotag, Anlaufpunkt, Reflexionstreffen oder Anlaufpunkt gegen Arbeitsunrecht wiedersehen.

Viel Spaß beim Hören!

WILHELMSBURG bleibt SOLIDARISCH

Infoveranstaltung – Wilhelmsburg Solidarisch – Gestern, Heute, Morgen
Montag, 22. April um 19 Uhr
Infoladen Wilhelmsburg, Fährstraße 48

Es sind nun ein paar Jahre vergangen und wir möchten uns mit euch über die solidarischen Aktionen und geführten Kämpfe der letzten Zeit austauschen und im Anschluss einen Blick in die Zukunft werfen. Wir wollen allen Interessierten konkret erzählen, was wir machen und wo ihr mitmachen könnt.

Wie kann unsere Struktur langfristig bestehen? Was sehen wir kritisch und wie können wir noch mehr Menschen werden? Wir wollen mit mehr Menschen Alltagskämpfe bestreiten, um eine Gegenmacht aufzubauen, gegenüber einem System, welches uns ausgrenzt, unterdrückt und beschneidet.

Ob Jobcenter, Ausländerbehörde, Chef*in oder Vermieter*in – wir möchten weiterhin ein solidarisches, kämperisches und emanzipatorisches Handeln in unterschiedlichen Lebensbereichen miteinander gestalten.

Kommt am 22.04.2019 um 19h im Infoladen Wilhelmsburg, Fährstraße 48, vorbei. Nach einem kurzen Input werden wir gemeinsam ins Gespräch kommen. Ihr seid herzlich eingelanden auch jeden 1. und 3. Mittwoch im Monat bei unserem regelmäßigen Bürotag von 12 – 15h und Anlaufpunkt um 16h vorbeizuschauen.

Aus der Krankheit eine Waffe machen – Der Podcast

Wir freuen uns sehr, euch die dritte Folge unseres Podcasts präsentieren zu können. Der Podcast ist in zwei Teile gegliedert. Zuerst hört ihr den Input, der auf dem Debattenabend zum Thema „Aus der Krankheit eine Waffe machen“ am 22. November 2018 gehalten wurde. Ab der 49. Minute folgt unser „Recap“, bei dem vier Leute aus der Vorbereitungsgruppe den Debattenabend Revue passieren lassen.

Zur Vorbereitung des Debattenabends haben wir zwei Texte zum Thema Krankheit gelesen. Für das maximale Hörvergnügen empfehlen wir euch vorm Podcast zuerst die zwei Texte zu lesen oder anzuhören.

Text zum (Mit-)Lesen: Sozialistisches Patienten Kollektiv – Die Geschichte des Sozialistischen Patienten Kollektivs

Text zum (Mit-)Lesen: Christine Miserandino – Die Löffel-Theorie

Optional kann, wer mag, auch noch folgende Texte lesen:

Text zum (Mit-)Lesen: Carolyn Lazard – Wie es ist, eine Person in Zeiten von Autoimmunität zu sein

Text zum Lesen: Sozialistisches Patienten Kollektiv – Aus der Krankheit eine Waffe machen

Zwangsräumung von Michael und seiner Tochter verhindern!

Michael und seiner Tochter im Grundschulalter droht die Zwangsräumung aus ihrer Wohnung im Chapeaurougeweg (dem Neubau des abgerissenen Backsteinensembles Elisa). Die beiden sollen wegen eines Konflikts geräumt werden, der sich frühzeitig mit einem einfachen Gespräch hätte beilegen lassen. Michael, seine Tochter und der Unterstützerkreis von St. Pauli Solidarisch und Wilhelmsburg Solidarisch waren heute gemeinsam in der Zentrale der Vereinigten Hamburg Wohnungsbaugenossenschaft (VHW) in Hohenfelde. Wir haben dort unser Schreiben an den Vorstand überreicht, mit dem Ziel den Konflikt im Rahmen eines Gesprächs zu klären.

Wir meinen: Michael und seine Tochter auf die Straße zu werfen, geht nicht klar und wollen uns gemeinsam mit der VHW an einen Tisch setzen, um den beiden auf Dauer ihren Wohnraum zu erhalten.

Brauchen wir Utopien – Der Podcast

Wir freuen uns sehr, euch die zweite Folge unseres Podcasts präsentieren zu können. Der Podcast ist in zwei Teile gegliedert. Zuerst hört ihr den Input, der auf dem Debattenabend zum Thema „Brauchen wir Utopien?“ am 20. September 2018 gehalten wurde. Ab der 33. Minute folgt unser „Recap“, bei dem vier Leute aus der Vorbereitungsgruppe den Debattenabend Revue passieren lassen.

Zur Vorbereitung des Debattenabends haben wir zwei Texte zum Thema Utopie gelesen. Für das maximale Hörvergnügen empfehlen wir euch vorm Podcast zuerst die zwei Texte zu lesen oder anzuhören.

Text zum (Mit-)Lesen: Bini Adamczak – Beziehungsweise Revolution (S. 44 – 55)

Text zum (Mit-)Lesen: Theodor W. Adorno – Sur l’eau

Aus der Krankheit eine Waffe machen

Debattenabend mit Wilhelmsburg Solidarisch
Donnerstag – 22. November – 18.30 Uhr – Go*Mokry (Mokrystr.1)

Unter dem Motto „Aus der Krankheit eine Waffe machen“ setzte sich in den 70er Jahren in der BRD das Sozialistische Patienten Kollektiv (SPK) mit der gesellschaftlichen Verfasstheit von Krankheit auseinander. Anschließend an den Gedanken, dass Krankheit ein notwendiges Resultat von kapitalistischen (und anderen) Herrschaftsregimen ist, widmen wir den kommenden Debattenabend diesem Themenkomplex. Bei Wilhelmsburg Solidarisch machen wir die Erfahrung, dass Krankheiten in den Leben vieler von uns eine Rolle spielen. Ebenso können sie strategisch genutzte Rückzugsmomente in anstrengenden Bedingungen sein. Welche Rolle spielt die gesellschaftliche Definition von Krankheit und Gesundheit bzw. „Normalität“ in Herrschaftsverhältnissen und welche in unseren Alltagserfahrungen? Wir wollen gemeinsam sowohl darüber debattieren, wie kollektiver Umgang mit Krankheit uns als Gemeinschaften ermächtigen kann, als auch über die Frage, ob wir kollektiv widerständiger werden können und Krankmeldungen nicht länger als einziger Ausweg aus konflikthaften Situationen erscheinen. Nicht zuletzt wissen wir um die Wechselwirkungen von Krankheit und Armut und wollen uns der Individualisierung und Privatisierung von Krankheit widersetzen. Um mit dem SPK zu enden, wollen wir das Verhältnis von Hemmung des Protests durch Krankheit ein Stückchen mehr in die Richtung verschieben, dass sich Krankheit als Protest entfalten kann.

Zur Vorbereitung auf den Debattenabend regen wir an, folgende zwei Texte zu lesen.

Text zum (Mit-)Lesen: Sozialistisches Patienten Kollektiv – Die Geschichte des Sozialistischen Patienten Kollektivs

Text zum (Mit-)Lesen: Christine Miserandino – Die Löffel-Theorie

Optional kann, wer mag, auch noch folgende Texte lesen:

Text zum (Mit-)Lesen: Carolyn Lazard – Wie es ist, eine Person in Zeiten von Autoimmunität zu sein

Text zum Lesen: Sozialistisches Patienten Kollektiv – Aus der Krankheit eine Waffe machen

Einladung zum Workshop: Begleitung zu Ämtern und Behörden: Sa. 27.10.18 – 11-15 Uhr GoMokry

Gleichgültig ob zu Jobcenter, Wohngeldstelle oder Ausländerbehörde kann jede_r eine, oder auch mehrere Personen des Vertrauens mitbringen und ist dann in der Behördensituation nicht auf sich allein gestellt. Es kann viel davon abhängen, wie die Gespräche mit den Sachbearbeiter_innen auf der anderen Seite des Tisches laufen. Sachbearbeiter_innen sind häufig rhetorisch geschult und haben oft einen ziemlich großen Handlungsspielraum und damit auch eine große Macht. Man denke nur an die vielen Inhalte, die eine Eingliederungsvereinbarung beim Alg II haben kann.

Die Begleitung kann eine Möglichkeit sein, die Ergebnisse solcher Termine zu unseren Gunsten zu beeinflussen. Gerade für Personen, die nicht oder nicht so gut deutsch sprechen, oder sich vielleicht einfach nicht so gut ausdrücken können oder besonders temperamentvoll sind, ist es besonders wichtig, eine Begleitung zum Behördentermin zu haben.

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