Kategorie-Archiv: Allgemein

Workshop: Begleitung zu Ämtern und Behörden

Wir möchten euch zu einem Erfahrungsaustausch rund um das Thema
Begleitung zu Ämtern einladen. Zu jedem Amtstermin – ob Jobcenter,
Wohngeldstelle oder Ausländerbehörde – kann man eine Person (oder auch
mehrere Personen) des Vertrauens mitbringen und ist dann in der
Behördensituation nicht auf sich allein gestellt.

_MG_6462Es kann viel davon abhängen, wie die Gespräche mit den
Sachbearbeiter_innen auf der anderen Seite des Tisches laufen. Sachbearbeiter_innen haben oft einen ziemlich großen Handlungsspielraum und damit auch eine große Macht. Man denke nur an die vielen Inhalte, die eine Eingliederungsvereinbarung beim Alg II haben kann.

Die Veranstaltung soll kein Vortrag werden, sondern eine Gelegenheit
bieten, uns über das Thema Begleitung zu unterhalten und gegenseitig
weiterzubilden. Wir wollen Erfahrungen austauschen und auch über
mögliche Probleme und Ängste sprechen. Durch den Workshop im vergangen
Jahr konnten wir schon einige Tipps sammeln. Diese Sammlung wollen wir
erweitern und bei Bedarf korrigieren.

Das Treffen richtet sich an alle: Egal, ob du gerade erstmals darüber
nachdenkst, Freund_innen, Bekannte oder Nachbar_innen solidarisch zu
unterstützen, oder schon hundertmal Menschen bei Behördengängen
begleitet hast. Falls ihr Übersetzung benötigt, meldet euch bitte
frühzeitig bei uns.

Samstag • 19.03. • 14 bis 17 Uhr
Infoladen Wilhelmsburg • Fährstraße 48

Schulden gestrichen – Aktion bei der AOK erfolgreich

Mehrere Tausend Euro Beitragsnachzahlung verlangte die AOK von Dilara*, weil sie bei der Krankenkasse für einige Monate als Spitzenverdienerin geführt wurde. In Wirklichkeit war sie zur fraglichen Zeit erwerbslos. Das war der AOK auch bekannt. Es wurden ohne Erfolg mehrere Briefe geschrieben und sogar mit einer Klage gedroht. Auch das persönliche Gespräch in der Geschäftsstelle verlief ergebnislos.

Deshalb machten sich am vergangenen Freitag Dilara und zehn Mitstreiter_innen von Wilhelmsburg Solidarisch auf den Weg zur AOK. Gegen 15 Uhr betraten wir die Geschäftsstelle und forderten die Streichung der Schulden vom verdutzten Sachbearbeiter. Zuerst musste verhandelt werden, wieviele Menschen beim folgenden Gespräch anwesend sein können. Wir einigten uns auf drei und der Rest blieb in Hörweite. Wie erwartet, wies die AOK zuerst jede Verantwortung für den Fehler von sich. Allerdings wurde rasch bemerkt, dass Dilara zweimal im System geführt wurde – einmal als Gering- und einmal als Topverdienerin. Das hätte eigentlich schon bei der ersten Beschwerde vor Monaten auffallen müssen. Während der Vertreter der Krankenkasse den Fehler im System korrigierte, führten wir mit wartenden Kund_innen Gespräche über den Irrsinn der Bürokratie und berichteten von unseren politischen Aktivitäten.

Uns hat der Ausflug gezeigt, dass Selbstorganisation und direkte Aktion funktionieren. Die Erfahrung, dass wir unsere Interessen gemeinsam durchsetzen können, haben wir nicht das erste Mal gemacht. Und es wird nicht das letzte Mal gewesen sein.

* Name geändert

Niemand wird allein gelassen! Gerichtsverhandlung gegen Beschäftigte der HAG

4Es ist das alte Spiel. Eine Belegschaft beginnt sich zu organisieren, um für bessere Arbeitsbedingungen zu kämpfen. Die Gegenseite nutzt daraufhin juristische Mittel, um diese Versuche zu behindern. So auch bei der Hamburger Assistenz-Genossenschaft. Dort versuchen die Mitarbeiter*innen seit Monaten höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen durchzusetzen. Im Juli kam es deshalb zu einem Go-In bei den Tarifverhandlungen.

Nun hat die Genossenschaft 15 Beschäftigte mit der Begründung abgemahnt in der Betriebszeitung seien Berichte über den Arbeitsalltag erschienen. Der freie Austausch über die eigene Arbeit ist eine Voraussetzung, um sich als schlagkräftige Belegschaft organisieren zu können. Die Gegenseite weiß das allerdings auch. „Mit den Abmahnungen hat die Geschäftsführung versucht, durch Repression unsere Arbeit zu behindern,“ schreibt daher der Betriebsrat in seiner Pressemitteilung. Dem Versuch der Genossenschaft, ein Klima zu schaffen, in dem nicht mehr ungezwungen und frei über Missstände gesprochen werden kann, setzen wir unsere Solidarität entgegen.

Am Mittwoch, den 2.12. treffen wir uns um 9.30 Uhr vor dem Arbeitsgericht Hamburg, Osterbekstraße 96 um unsere Kolleg*innen zu unterstützen.

Mehr zu den Hintergründen in der Erklärung des Betriebsrats.

Bereit zum Streik

Go-in bei der Hamburger AssistenzGenossenschaft: Gerade mal 10€ verdienen selbst langjährige Mitarbeiter*innen der HAG. Darum sind heute morgen 30 Leute zu den Tarifverhandlungen erschienen und haben der Geschäftsführung eine klare Botschaft gesendet: Wir sind bereit zu streiken!
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Aktuelle Informationen zum Arbeitskampf gibt es bei OLGA – Betriebsratsliste der HAG.

Hamburger Elterntreffen zum Kita-Streik

Wir wollen gemeinsam diskutieren: Wie können wir den Druck, der durch den Streik auf uns Eltern lastet, dahin leiten, wo er hingehört – in die Politik und zu den Arbeitgebern? Wie können wir uns vernetzen, um gemeinsame Aktionen zu planen? Welche Rechte haben wir als vom Streik betroffene ArbeitnehmerInnen eigentlich? Und wie können wir die Betreuung unserer Kinder selbst organisieren?Bildschirmfoto 2015-05-29 um 15.18.42

Auf einem Elterntreffen in Wilhelmsburg haben wir letzten Dienstag auf einige Fragen schon Antworten gefunden. Wir haben einen Leitfaden entwickelt, wie sich eine selbstorganisierte Elternbetreuung praktisch umsetzen lässt. Wir haben das Gutachten eines befreundeten Anwalts, der sich zu unseren Rechten als Arbeitnehmer äussert. Und wir möchten gemeinsam einen „Offenen Brief“ schreiben, der die Streikenden unterstützt und Politik und Arbeitgeber in die Pflicht nimmt.

So hoffen wir den politischen Druck zu erhöhen. Denn selbst wer mit den ErzieherInnen solidarisch ist, kommt bei der Organisierung der Kinderbetreuung langsam an die Grenzen. Und allen, die kein privates Netzwerk aus Verwandten, Bekannten und Freunden oder keinen verständnisvollen Arbeitgeber haben, geht der Kita-Streik an die Substanz. Der Spagat zwischen Lohnarbeit auf der einen und Kinderbetreuung auf der anderen Seite ist kaum auszuhalten. Dummerweise sind von dem Streik gerade diejenigen am stärksten betroffen, die eigentlich die falschen Ansprechpartner sind, nämlich die Eltern.

Trotzdem: Der Streik der ErzieherInnen ist berechtigt und notwendig. Auch wenn es sich in den Medien manchmal anders anhört, gestreikt wird nicht, um uns als Eltern zu ärgern. Gestreikt wird, um bessere Bedingungen für die Betreuung unserer Kinder durchzusetzen. Es geht nicht nur um Lohnerhöhungen, sondern um eine prinzipielle Anerkennung
und Aufwertung sozialer Berufe. Das müssen und sollten wir unterstützen, denn immerhin kommt das unseren Kindern zugute!

Wir wollen den Streik in den Erziehungs- und Sozialberufen nicht als Zumutung verstehen, sondern als Chance, gemeinsam etwas Neues zu gestalten. Solidarisch sein, als Eltern, als ErzieherInnen, als GewerkschafterInnen oder als Nachbarn. Das geht nur, wenn wir viele sind, wenn wir uns vernetzen und das Leben in unseren Vierteln und in unserer Stadt selbst organisieren.

Donnerstag, 4. Juni 2015
19:30 Uhr
Kulturhaus Eppendorf, Julius-Reincke-Stieg 13 a
U1/U3 Kellinghusenstraße

Kontakt zu den solidarischen Eltern: solidarische-eltern@riseup.net
Diese Einladung zum Selbstausdrucken und Verteilen.